D´Schäffler danzn auf

Wer sich momentan in der Münchner Innenstadt aufhält, hat gute Chancen, die Tanzgruppe in ihrem rot-weiß-grünen Gewand anzutreffen. Gemeint sind die Münchner Schäffler, die noch bis Mitte Februar mehrere Tanzauftritte pro Tag im Stadtgebiet München zum Besten geben.

Gesehen oder von ihnen gehört haben sicherlich schon die meisten von euch, aber seit wann gibt es diesen Brauch eigentlich? Wo kommt er her und was bezweckt er?

Tradition seit 1517

Der Brauch des Münchner Schäfflertanzes geht zurück auf das Jahr 1517.  Damals wütete die Pest in München. Tausende Menschen starben, jeder hatte panische Angst vor der Krankheit. So gut es ging blieben alle in ihren Häusern. Wehklagen, Jammern und ständige Furcht bestimmten den Alltag.

Da kam die Idee auf, die Menschen durch lustige Aufführungen mit Musik vom Elend abzulenken. Es ist überliefert, dass der Ideengeber von Beruf Schäffler war und andere Mitglieder seiner Zunft zum Mitmachen animieren konnte.

Der Beruf des Schäfflers beinhaltet grob zusammengefasst den Fassbau. Im Grunde stellen die Schäffler alle Arten von Holzgefäßen her und reparierten diese.

Olle 7 Joa is soweit

Der Schäfflertanz wird alle sieben Jahre aufgeführt. Warum dieser Turnus ausgewählt wurde, ist nicht mit Sicherheit überliefert. Manche glaubten, die Pest, die im mehrjährigen Rhythmus auftrat, so aufhalten zu können; andere halten die Zahl sieben für eine Glückszahl, die die Menschen vor Krankheit und Tod bewahren soll.

Nur einmal in den letzten Jahrzehnten gab es eine Ausnahme: Im Jahr 2022 traten die Schäffler auf Grund der (überstandenen) Corona-Pandemie auf.

Wos ma als Schäffler oziagt

Wie oben bereits erwähnt, tragen die Schäffler bei ihren Auftritten grüne Kappen, rote Jacken und weiße Westen, Schärpen sowie eine schwarze Pestschleife und ein Pestband.

Immer dabei ist der Kasperl, der in einem bunten Kostüm in Rautenmuster auftritt. Er trägt immer schwarze Schminke bei sich, mit der er den Zuschauern die Nasen schwarz malt. Auch dies soll Glück bringen.

So schaut da Tanz aus

Die Schäffler treten mit Buchsbögen auf, die sie mit in ihre Choreographie mit einbeziehen. Jeder Auftritt folgt einer immer gleichen Abfolge von Figuren. Die Figuren sind nicht nur schön anzusehen, sondern haben auch Bedeutung. Das Miteinandertanzen symbolisiert die wiedergewonnene Lebensfreude und die Gemeinschaft, der Schäffler in der Mitte auf seinem Fass erinnert an das alte Handwerk.

 

Wer die Schäffler nun gerne in echt erleben möchte, den laden wir recht herzlich ein am 08.02.26 um 16 Uhr beim Betz in Obermenzing (An der Würm 28, 81247 München). Dieser Auftritt ist Teil unseres diesjährigen Jubiläumsjahres „300 Jahre Carlhäusl“.

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